Günter Eisinger - Mister Hochsprung feiert 70. Geburtstag
  24.03.2020 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Er hat Weltklasse-Hochspringer gecoacht und die Top-Athleten zu deutschen Weltklasse-Meetings gelockt. Als Sportlehrer war er darüber hinaus 47 Jahre lang seiner Schule in Friedberg treu. Am Montag wird Günter Eisinger 70 Jahre alt. Die Überraschungsfeier muss verschoben werden.

Nur wenige Menschen haben den deutschen Hochsprung in den vergangenen Jahrzehnten so geprägt wie er: Günter Eisinger hat deutsche Topathleten wie die Deutsche Rekordlerin Ariane Friedrich und Olympiateilnehmer Gerd Nagel trainiert. Als Manager betreute er die Olympia-Dritte von 1992 Alina Astafei und Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin Heike Henkel, die er in Abwesenheit ihres Trainers Gerd Osenberg mitunter auch auf dem Platz coachte.

Und Günter Eisinger sorgte dafür, dass Hochsprung-Fans auf deutschem Boden Hochsprung-Leckerbissen serviert bekamen: Als Athleten-Manager holte er die absolute Weltklasse um Weltrekordler Javier Sotomayor (Kuba), Schwedens Ausnahme-Springer Kajsa Bergqvist und Stefan Holm oder die zweimalige Weltmeisterin Blanka Vlasic (Kroatien) und den aktuellen Weltmeister Mutaz Essa Barshim (Katar) zu den Spezial-Meetings in Arnstadt und Eberstadt.

Bundestrainer, Landestrainer, Sportlehrer

Im Friedberger Burg-Gymnasium war Günter Eisinger neben seinen Tätigkeiten als Bundes- und Landestrainer auch 47 Jahre lang als Sportlehrer tätig. An eben dieser Schule sollte am Montag anlässlich seines 70. Geburtstags eine Überraschungsparty steigen – federführend organisiert von seinen ehemaligen Athletinnen Ariane Friedrich und Sophia Sagonas, die nun selbst als Nachwuchs-Bundestrainerin den deutschen Hochsprung vorantreibt. „Für Ariane und mich gehört Günter sozusagen zur Familie. Wir kennen ihn schon unser halbes Leben, haben Höhen und Tiefen miteinander erlebt – er ist ein toller Mensch“, sagt sie.

Die Feierlichkeiten mussten aufgrund der Coronavirus-Pandemie zwar verschoben werden. Die Video-Botschaften aus aller Welt, die ihm viele Wegbegleiter zu seinem Jubiläum übermittelt haben – darunter Olympiasieger von 1996 Charles Austin (USA) und der Weltmeister von 1995 Troy Kemp (Bahamas) – werden Günter Eisinger darüber hinwegtrösten. Zu vielen von ihnen hat er über Jahre hinweg engen Kontakt gehalten. Die Glückwünsche seiner deutschen Mitstreiter aus Schule, Sport und Privatleben wird er persönlich entgegennehmen, wenn die Geburtstagsparty nachgeholt wird.